Schule 1857: 010. Begnügte man sich lange mit den Holzspurwegen und welches war ihre Einrichtung?

Die Noth zwang Jahrhunderte lang dazu, da man das Eisen nicht in gehörigen Massen und zu angemessen niedrigen Preisen zu produziren verstand, um die Holzspuren, die sich schnell abnutzten, damit zu beschlagen. Die Engländer waren die Ersten, die im Jahre 1650 die Spurwege aus dem Innern der Gruben auf größere Strecken an das Tageslicht treten ließen, und diejenigen Stellen der Holzspuren, welche am meisten der Abnutzung ausgesetzt waren, mit Stücken Schmiedeeisen benagelten.

In dieser Form führten sie ziemlich ansehnliche Linien von den Kohlenwerken nach den Seehäfen aus.

Eine Beschreibung, die uns aus dem Jahre 1765 aufbehalten ist, sagt über die Construction der damaligen Holzspuren Folgendes:

„Die Bahnen bestehen aus Hölzern, 6 Zoll breit und 5 Zoll dick, sorgfältig gesägt, die auf andern Querhölzern in einer Entfernung von 4 Fuß ruhen, und auf ihnen mit Holzdübeln festgeschlagen sind. Auf den erstem rollen die Räder der Wagen. Da man aber bald sah, daß sich durch die häufigen Auswechselungen der Spurhölzer das Ganze schnell verdarb, so nagelte man auf dieselben schwächere Bohlen und wechselte nur diese aus, ohne
das Gerüst selbst zu stören. Der Raum zwischen dem Holzwerk ward mit Asche oder Kies so hoch als möglich ausgestampst, da man schon damals die Bedeckung des Holzes zur Erhaltung desselben für nützlich erkannt hatte. Auf diesen Holzspuren bewegten sich kleine Wagen auf gußeisernen Rollen mit Spurkränzen von Pferden gezogen. Jeder solcher Karren hielt 40—60 Centner Kohlen. Wo die Steigung stark oder eine Krümmung war, wurde die Spur mit dünnem Eisen benagelt. Fast alle Bahnen senkten sich von der Grube nach der See, so daß die Pferde nur die leeren Wagen wieder emporzuziehen hatten. Die Wagen schütteten sich, über dem Schiffe angelangt, von selbst aus. Hemmzeuge wie unsere Bremsen waren schon damals in Gebrauch.