Schule 1857: 108. Welche Form haben Futter- oder Stützmauern?

Die Form dieser Mauern ist natürlich verschieden nach der Art des Schubes oder Druckes, den sie auszuhalten haben, auch nach dem Material, aus dem sie bestehen. Es gibt auch sogenannte trockene Futtermauern, die, ohne Mörtel, nur aus einigermaßen lagerhaften Blöcken aufgeführt sind. Diese Mauern sind dann dem Wesen nach mehr Steindämme oder Abpflasterungen. Dieser Art sind die ungeheuern Mauern der Chemnitz-Riesaer Bahn, an der Basis 20 Ellen dick und fast 100 Fuß hoch. Zuweilen erhalten Futtermauern Strebepfeiler, zuweilen ist die Außenfläche gekrümmt, zuweilen flach. Letztere Form ist die in Deutschland übliche, obwol die gekrümmte Gestalt, welche die Engländer und Franzosen anwenden, bei gleicher Materialmasse, mehr Widerstandsfähigkeit und mehr Sicherheit gegen Ausbauchungen der Mauern gibt. Die nebenstehende Figur 11 stellt den Querschnitt der Futtermauer letzterer Art dar.