Encyclopädie 1890: Aachen-Jülicher Eisenbahn

(40,4 km), im Regierungsbezirk Aachen (Preußen) gelegen, führt von Aachen über Würselen und Höngen nach Jülich (27,6 km), von Aachen nach Rothe Erde (4,5 km) und von Morsbach über Würselen nach Stolberg (7,9 km). Dieselbe ist normalspurig und eingleisig gebaut. Abgesehen von der Strecke Höngen-Jülich, welche erst am 20. September 1880 konzessioniert wurde, erfolgte die Allerhöchste Genehmigung zum Bau sämtlicher Strecken am 23. November 1872. Durch die ersterwähnte Konzession wurde auch die Umänderung der Firma der am 6. April 1873 konstituierten Aachener Industriebahn-Aktien-Gesellschaft in Aachen-Jülicher Eisenbahn-Gesellschaft genehmigt. — Eröffnet wurden die Strecken Würselen-Höngen und Morsbach-Stolberg am 26. September 1875, Würselen-Aachen und Aachen-Rothe Eide (nur für Güterverkehr) am 31. Dezember 1875, endlich Höngen-Jülich am 1. Oktober 1882.
Die Bahn befördert hauptsächlich die aus den Gruben bei Würselen, Höngen, Morsbach und Grevenberg herrührenden Kohlen und vermittelt ferner die Zufuhr der von den zahlreichen an der Bahn gelegenen industriellen Etablissements benötigten Rohprodukte, sowie den Versand der aus den letzteren hergestellten Fabrikate. Die betreffenden Etablissements besitzen insgesamt 6,11 km lange Industriebahnen. Der Betrieb sämtlicher Strecken erfolgt nach den Bestimmungen der Bahnordnung für Bahnen untergeordneter Bedeutung. Auf Grund des Gesetzes vom 28. März 1887 wurde die A.-J. Bahn am 1. Mai desselben Jahrs vom preußischen Staat übernommen und dem Bezirk der kgl. Eisenbahn-Direktion Köln linksrheinisch zugewiesen, s. preußische Staatsbahnen. Rübenach.