Die gußeisernen Brücken, deren man in England schon seit 1780, in Deutschland (die erste bei Laasen in Schlesien) schon seit 1794 hat, sind meistenteils als stützende Bogenbrücken construirt, zuweilen ragt auch der Bogen über die Bahn empor und diese hängt an eisernen Stäben daran. Hie und da finden sich auch gußeiserne Träger in Balkenform angewendet, auch gemischte Constructionen aus Schmiede- und Gußeisen gibt es. In neuerer Zeit werden hie und da, unter gewissen Verhältnissen, die Pfeiler hoher Brücken aus Gußeisen hergestellt und schmiedeeiserne Spannungen darauf gelegt. So die Sitterbrücke in der Schweiz, und der Viaduct von Crumlin (Fig. 2) in Frankreich, der 220 Fuß hoch ist. Im Ganzen sind Gußeisenconstructionen, der Unsicherheit des Materiales wegen, für Eisenbahnen wenig in Gebrauch gekommen. Die größte Gußeisenbrücke der Welt ist die Southwark-Brücke in London, von Rennie gebaut, deren Spannungen volle 260 Fuß weit sind. Um eine Idee von der Construction der gußeisernen Brücken zu geben, ist umstehend (Fig. 3) der Mittelbogen der Southwark – Brücke abgebildet.

