zur Abkühlung der Luft im Innern der Eisenbahnwagen kommen sowohl bei Personen- als auch bei Güterwagen vor. In den Ländern der gemäßigten Zone ist bezüglich der Personenwagen ein Bedürfnis nach solchen A. kein sonderlich großes; man beschränkt sich zumeist darauf, die Personenwagen zum Schutz gegen Hitze mit doppeltem Dach zu versehen, letzterem einen lichten Anstrich zu geben, sowie durch Anbringung von Ventilationsapparaten für Luftwechsel zu sorgen und damit auch auf eine Herabsetzung der Temperatur zu wirken.
In Deutschland und Österreich bestehen überdies ministerielle Vorschriften dahin, daß in den Sommermonaten die Decken der Wagen vor ihrer Einstellung in die Züge mit kaltem Wasser begossen und durch vorheriges Öffnen der Thüren und Fenster die Coupes gelüftet werden. Vereinzelt kommt es namentlich bei Salonwagen vor, daß dieselben zur Abkühlung mit feuchten Rasenziegeln belegt werden; auch werden bei solchen Wagen die Ventilationsröhren zur Abkühlung der Luft durch Behälter mit Wasser durchgeführt.
Erhöhte Bedeutung hat die Abkühlung der Luft in den tropischen Ländern, wo häufig plötzliche Todesfälle und Krankheiten durch die Hitze in den Eisenbahnwagen hervorgerufen werden.
Sanders, Maschinenmeister der Great India Peninsula-Bahn, hat eine A. konstruiert, mit. welcher eine Abkühlung der Luft um 8—10° bewerkstelligt wird. Dieser Apparat besteht darin, daß unter dem siebartig durchlöcherten Fußboden des Wagens auf mehreren Rosten Matten von Kokos in drei oder mehr Lagen übereinander angebracht sind, und daß auf die obere dieser Matten Wasser aus horizontalen Röhren, welche unter dem Wagenboden angebracht und mit vielen feinen Öffnungen versehen sind, in Form eines Regens herabträufelt. Durch drehbare Klappen unter beiden Enden des Wagenbodens streicht bei der Bewegung des Wagens die unter demselben befindliche Luft durch horizontale Öffnungen zwischen den verschiedenen Matten hindurch und tritt erst dann, nachdem sie sich durch die Berührung mit den feuchten Matten und die Verdunstung eines Teils des darin enthaltenen Wassers abgekühlt hat, durch den Fußboden des Wagens hindurch in den inneren Raum ein. An beiden Enden des Wagens sind an der Außenseite Wasserbehälter angebracht, welche den nötigen Wasservorrat für eine achtstündige Fahrt enthalten und womit die oben genannten Röhren, aus denen das Wasser auf die Matten tröpfelt, in Verbindung stehen.
Von weitaus größerer Bedeutung sind die A. für Güterwagen zum Transport leicht verderblicher Nahrungsmittel auf längere Strecken, es werden insbesondere zum Transport von Fleisch, Fischen, Bier, Milch besondere Kühlwagen verschiedener Systeme gebaut, s. Kühlwagen. Dr. Röll.