Schule 1857: 105. In welcher Weise wirken hohe Dämme verzögernd auf den Eisenbahnbau und auf dessen Preis, Gefahren erzeugend auf den Betrieb?

Ein Damm ist der Gegensatz von einem Einschnitte, doch sind seine Einflüsse denen des Einschnitts sehr ähnlich. Er macht den Bau theuer durch seine Dimensionen, seine Flächen sind Abrutschungen unterworfen wie die Böschungen der Einschnitte und müssen oft so behandelt werden wie diese. Außerdem erfolgt, da es nicht möglich ist, die Dämme so fest zu schütten, daß sie gewachsener Erde gleichen, jederzeit in den ersten Perioden des Bestehens der Dämme ein Zusammensinken derselben in sich, das, je nach Art des Materiales, zwischen 4 und 10 Procent der Höhe differirt. Aus diesem Niedergehen der Dämme erwachsen Gefahren, die bei Einschnitten nicht vorhanden sind. Die englische Methode, hohe Dämme zu schütten, ist besser als die deutsche. Die Engländer führen die Erde in der Höhe des Dammes auf Gerüsten hin und stürzen sie von da herab, dadurch schlägt sie sich sehr fest und lagert sich compacter aufeinander, als wenn, wie in Deutschland geschieht, der Damm auf seinem eigenen Körper zusammengekarrt und die aufgebrachten Erdschichten mit leichten Handstampfen zusammengedrückt werden. Am gefährlichsten ist es, wenn Dämme auf gleitenden oder nachgibigen Unterlagen ruhen, dann kommt oft ein plötzliches Verschieben des ganzen Dammes um mehrere Fuß, oder ein schnelles unerwartetes Sinken vor. So hatte sich im Jahre 1855 der Damm der k. k. Staatsbahn bei Außig um mehr als 20 Fuß in einer Strecke von über hundert Klaftern, mit Wärterhäusern, Telegraphen, Bäumen etc. verschoben.